BHV Hundeführerschein Stufe II

- Neuer Kurs in Planung


In einem 10 Wochenprogramm wollen wir Euch und Eure Hunde auf die anspruchsvolle Prüfung des BHV Hundeführerschein Stufe II vorbereiten. Die Prüfung erfolgt durch einen vom BHV zugelassenen Richter.

 

In der II. Stufe des Hundeführerscheins nach BHV bestätigt man mit bestandener Prüfung, dass man befähigt ist, seinen Hund auch unangeleint sicher führen zu können und ihn in anspruchsvollen Trieblagen auch in öffentlichen Bereichen kontrollieren kann. 

 

Vorteile dieser Prüfung:

 

In Hannover gilt entsprechend der Leinenzwang grundsätzlich in öffentlichen Grünflächen und Parkanlagen. Mit der Prüfung des BHV Stufe 2 kann man den

 

Antrag auf Erteilung einer Ausnahmegenehmigung vom Leinenzwang in Park- undGrünanlagen sowie Wäldern im Stadtgebiet Hannover (§ 5 Abs. 1 HundeVO)

 

stellen und vom Leinenzwang befreit werden.

 

Viele Hundehalter fühlen sich unsicher, verfolgt,  kriminalisiert, wenn sie ihren Hund  artgerecht halten und somit Freilauf gewähren wollen. In Hannover gilt der Leinenzwang grundsätzlich in öffentlichen Grünflächen und Parkanlagen.

 

Inzwischen honorieren viele Versicherungen das Absovieren dieser Prüfung mit Preisnachlässen der Hundehalterhaftpflicht.

Prüfungsordnung des BHV, Quelle BHV

 

Prüfungssituation: Ablenkungsarme Umgebung

In der Prüfungssituation A) werden folgende Elemente geprüft: Gehorsamsübungen und Handling. Die einzelnen Übungen können nach Einschätzung des Richters mehrfach und in wechselnder Reihenfolge abverlangt werden.

1. Der Halter lässt seinen Hund kontrolliert ins Auto ein- und aussteigen

2. Gehorsamsübungen:

2.1

Kommen auf Ruf

(wird in Stufe 1 in eingezäuntem Gelände oder mit Schleppleine gezeigt)

Hund und Halter befinden sich in der Bewegung. Der Hund läuft frei und ist mindestens 10 m vom Halter entfernt. Der Halter gibt ein Signal zum Herankommen. Der Hund soll zügig herankommen und sich problemlos vom Halter anleinen lassen.

2.2

Gehen an lockerer Leine

Definiert: Die Leine soll nicht andauernd gespannt sein, kurzfristiges Anspannen wird toleriert. Der Hund hat seinem Halter auch bei Richtungswechseln und Tempowechseln schnell willig zu folgen. Der Hund kann sowohl links, als auch rechts geführt werden. Der Hund soll jedoch nicht ständig vor oder hinter seinem Halter kreuzen. Wenn der Halter stehen bleibt, soll der Hund auch anhalten. Ob der Hund sich setzt, legt oder im Stehen verbleibt ist unerheblich.

2.3

Sitz, Platz, Steh

Der Hund muß in Stufe 1 zwei von diesen drei Positionen auf Signal des Halters einnehmen und solange darin verbleiben, bis er vom Halter ein anderes Signal erhält. (In Stufe 2 muß der Hund alle drei Positionen sicher zeigen können.)

2.4

Bleib-Übung

Der Halter bindet den Hund an geeigneter Stelle an. Er gibt dem Hund das Signal für Sitz, Platz oder Steh. Nachdem der Hund die Position eingenommen hat, entfernt sich der Halter in Sichtweite des Hundes mindestens 30 Schritte vom Hund und bleibt dort stehen. Er kehrt erst auf Anweisung des Richters (nach ca. 2 Minuten) wieder zu seinem Hund zurück. Der Hund muß die Position beibehalten, bis der Halter wieder zu ihm zurückgekehrt ist und ihm ein anderes Signal gegeben hat. (In Stufe 2 wird dieselbe Übung ohne Leine durchgeführt.)

2.5

Korrekturwort

Die zu unterbrechende Handlung wird durch Futter oder Spielzeug provoziert. Im Bedarfsfall kann der Richter eine andere Ablenkung herbeiführen. Auf Signal des Halters muß der Hund die von ihm begonnene Handlung sofort abbrechen. (In Stufe 2 wird dieselbe Übung ohne Leine durchgeführt.)

 

3. Handling-Übungen:

Der Halter zeigt, dass er folgende Handlungen an seinem Hund vornehmen kann:

  • Ohren, Zähne und Pfoten kontrollieren;
  • dem Hund einen Maulkorb anlegen und damit ca. 10 Schritte laufen;
  • dem Hund ein Spielzeug oder Futter wegnehmen;
  • einen speziellen Fixiergriff  zeigen, mit dem der Hund effektiv festgehalten werden kann

 

Prüfungssituation: Öffentliche Grünanlage o.ä.

Der Prüfungsteil B) soll den Charakter eines Spaziergangs haben, bei dem Gehorsamsübungen und Verhalten in der Öffentlichkeit geprüft werden. Die einzelnen Übungen können nach Einschätzung des Richters mehrfach und in wechselnder Reihenfolge abverlangt werden. Begegnungssituationen sollten sich aus dem öffentlichen Verkehr ergeben. Andernfalls müssen sie mit Auftragspersonen gestellt werden. In Stufe 1 werden die Übungssituationen mit angeleintem Hund gezeigt, in Stufe 2 werden die Übungssituationen zusätzlich mit freilaufendem Hund gezeigt.

 

Bei den Übungen 2.1 bis 2.5 muß sich in der Stufe 2 der abgeleinte Hund in unmittelbarer Nähe zum Halter befinden.

Reize, mit denen das Halter-Hund-Team konfrontiert werden sollten, können z.B.sein:

Skater, Jogger, Radler, Mofas, Roller, spielende Kinder, Kinderwagen, Rollstuhl,

Rollator, Personen mit Krücken, schwankende, alkoholisierte Personen, ungewöhnlich gekleidete Personen, Personen mit angeleintem und freilaufendem Hund, Reiter, Pferde, Kühe, Schafe, Katzen, Enten oder anderes Geflügel, Wild.

Mindestens vorkommen müssen:

  • Personen, die ein für den Hund ungewöhnliches oder auffälliges Erscheinungsbild haben (mindestens zwei Mal)
  • Personen, die den Hund in schneller Fortbewegung überholen oder ihm entgegen kommen (mindestens drei verschiedene Situationen)
  • Begegnung mit einem angeleinten und einem freilaufenden Hund

Weitere Situationen, die in Prüfungsteil B) geprüft werden, sind:

  • Halter geht mit angeleintem Hund, Kinder kommen und wollen den Hund streicheln.
  • Eine Fremdperson geht direkt auf den Hund zu und versucht, freundlich-aufdringlich Körperkontakt zum Hund aufzunehmen.
  • Eine Fremdperson geht auf den Halter zu, spricht ihn an und schüttelt ihm die Hand.
  • Halter und Hund gehen durch eine ihnen entgegen kommende Menschengruppe (mindestens 5 Personen) hindurch.
  • Ein Hundehalter mit einem sich neutral verhaltenden, angeleinten Hund begegnet dem Halter-Hund-Team, bleibt auf gleicher Höhe stehen und beginnt ein Gespräch und geht nach kurzem Gespräch weiter.

Folgende Gehorsamsübungen aus Teil A) sollten im Laufe des Prüfungsteil B) situationsangemessen gezeigt werden:

2.1

Kommen auf Ruf (entfällt bei Stufe 1)

2.2

Gehen an lockerer Leine

2.3

Sitz, Platz, Steh (in Stufe 1 muß der Hund mindestens zwei von diesen drei Positionen zeigen, in Stufe 2 muß der Hund alle drei Positionen sicher zeigen können.)

2.4

Bleib (entfällt für Stufe 1, wird von Hunden der Stufe 2 in Situationen mit leichter Ablenkung gezeigt)

2.5

Korrekturwort

Die Übungen sollten vom Hundehalter situationsgerecht eingesetzt werden.
Andernfalls werden sie vom Richter dazu aufgefordert.

 

C) Prüfungssituation: Im innerstädtischen Bereich

In diesem Prüfungsteil werden alle Übungen mit angeleintem Hund absolviert. Der Prüfungsteil soll den Charakter eines Stadtbummels haben. Geprüft werden Gehorsamsübungen und das Verhalten in normalen Begegnungssituationen in einem belebten Innenstadtbereich (z.B. Fußgängerzone). Die einzelnen Übungen können nach Einschätzung des Richters mehrfach und in wechselnder Reihenfolge abverlangt werden. Begegnungssituationen sollten sich aus dem öffentlichen Verkehr ergeben. Andernfalls müssen sie mit Auftragspersonen gestellt werden.

Die folgenden Situationen sollten vorkommen:

  • Halter und Hund fahren Fahrstuhl mit anderen Personen
  • Halter und Hund begegnen auf einem schmalen Weg einer anderen Person
  • Halter und Hund suchen ein Cafe/Restaurant auf und nehmen kurz Platz
  • Halter und Hund suchen ein Geschäft auf
  • Halter und Hund fahren Bus oder Bahn
  • Halter und Hund gehen an einer stark befahrenen Straße entlang

Folgende Gehorsamsübungen aus Teil A) sollten im Laufe des Prüfungsteil C) situationsangemessen gezeigt werden:

2.2 Gehen an lockerer Leine
2.3 Sitz, Platz, Steh (in Stufe 1 muss der Hund mindestens zwei von diesen drei Positionen zeigen, in Stufe 2 muss der Hund alle drei Positionen sicher zeigen können)
2.4 Korrekturwort

Die Übungen sollten vom Hundehalter situationsgerecht eingesetzt werden.
Andernfalls werden sie vom Richter dazu aufgefordert.